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Die Noldor

Die mächtigsten Eldar auf Mittelerde waren die Noldor, denn sie waren es, welche die Silmaril genannten Edelsteine sowie die Ringe der Macht geschmiedet hatten.

Die Noldor gehörten zum Zweiten Geschlecht jener Eldar, die in die Unsterblichen Lande gekommen waren. Der Name Noldor bedeutet »Die Weisen«, da sie Weisheit mehr als alle anderen Elben begehrten. In den Jahren der Bäume der Valar war Finwe ihr König und damals lernten sie viel von ihren Lehrern, den Valar und Maiar. Ihre auf dem grünen Hügel von Túna gelegene Hauptstadt Tirion, die sich über dem Meer von Belegaer erhob, war mächtig und schön. Die Stadt war inmitten des Calacirya genannten Lichtpasses errichtet, dem einzigen Zugang zu den von den gewaltigen Pelorí-Bergen umschlossenen Ländern Eldamar und Valinor. Durch diesen Spalt floss das Licht der Bäume der Valar und fiel auf den Westteil der Stadt. Im Osten, im Schatten des Túna, lag das von Sternen erhellte Große Meer.

Die Noldor waren die ersten, die die Gemmen zutage förderten, die im Inneren der Berge lagen. Mit ihnen waren die Wohnungen der Valar und der Elben geschmückt und sogar die Meeresstrände und Flussufer von Eldamar, so hieß es, leuchteten im Licht der Gemmen.

Feanor


Dem König der Noldor und seiner Gemahlin Míriel wurde ein Sohn namens Curufinwe geboren, der Feanor genannt wurde, was »Feuergeist« bedeutet, denn er war der erste, der die Zaubergemmen der Elben heiratete. sie waren ursprünglich blass und unscheinbar, aber unter dem Licht der Sterne nahmen sie eine leuchtende blaue Farbe an.

Feanor schuf auch andere Edelsteine, die Palantir oder »Sehenden Steine«, die viele Zeitalter später die Elben von Avallóne den Dúnedain gaben. Seine größte Tat bestand jedoch darin, die drei legendären Gemmen zu schaffen, die das Licht der Bäume der Valar einfingen. Es waren dies die Silmaril, die kostbarsten Juwelen, die die Welt je gesehen hatte, denn sie leuchteten in einem unverlöschlichen Glanz. doch Unglück überfiel die Noldor, als Melkor mit der Spinne Ungolianth die Bäume der Valar zerstörte, Finwe erschlug und die Silmaril raubte. Feanor schwor ihm blutige Rache und machte sich daran, ihn — den er fortan Morgoth, den »Dunklen Feind der Welt«, nannte — zu verfolgen. So begann der Juwelenkrieg.

Die Reiche der Noldor


Während dieser Zeit, dem Ersten Zeitalter der Sonne, brachten die Noldor auch Geschenke nach Mittelerde und in Hithlum, Dor-lómin, Nevrast, Mithrim, Dorthonion, Himlad, Thargelion und Ost-Beleriad enstanden mehrere Noldor-Reiche. Die schönsten von ihnen waren die beiden verborgenen Königreiche Gondolin, über das Turgon herrschte und Nargothrond, das von Finrod Felagund regiert wurde.

Der Erschlagung Finwes


Im Juwelenkrieg wurde Finwe mit seinen sieben Söhnen Amras, Amrod, Caranthir, Celegorm, Curufin, Maedhros und Maglor erschlagen. Ebenso wurde sein Bruder Fingolfin mit seinen Kindern Fingon, Turgon und Aredhel von Morgoth getötet. So herrschte sein zweiter Bruder Finarfin, der dritte Sohn Finwes, über die in Tirion gebliebenen Noldor, doch all seine Kinder zogen nach Mittelerde, wo seie vier Söhne Aegnor, Angrod, Finrod Felagund und Orodreth getötet wurden. Von allen Noldor-Herrschern und ihren Kindern blieb nur Finarfins Tochter Galadriel am Leben.
 

Die Vernichtung der Noldor-Reiche


In den Jahren des Ersten Zeitalters zerstörten Morgoth und seine Diener alle Reiche der Noldor auf Mittelerde. Auch die Reiche der Grau-Elben oder Sindar sowie die Zwergenreiche von Nogrod und Belegost und die meisten Reiche der Drei Häuser der Edain fielen den Kriegern von Beleriand zum Opfer.

Doch schließlich zogen die Valar und Maiar aus den Unsterblichen Landen gegen Morgoth zu Felde. Im Krieg des Zorns musste sich Angband der Übermacht ergeben und Morgoth wurde für immer in die Ewige Leere gestürzt. Damit zerbrach auch Beleriand und der größte Teil des Landes verschwand im Meer.

Nur wenige der Noldur-Fürsten, die diese Kämpfe überlebt hatten, konnten sich rechtmäßig auf ihre königliche Herrkunft berufen. So errichtete Gil-galad, der Sohn Fingons und Enkel Fingolfins, in Lindon das letzte Königreich der Noldor in den Landen der Sterblichen. Die einzigen, die mit ihm die Schwelle des Zweiten Zeitalters überschritten, waren Celebrimbor, der Sohn Curufins, Galadriel, die Tochter Finarfins, Elrond und Elros, die Laiquendu und die Edain - die Menschen, die während der Kriege den Elben treu geblieben waren.

Zu jener Zeit bestiegen viele Elben ihre Schiffe in den Grauen Anfurten und segelten nach Tol Eressea in der Bucht von Eldamar in den Unsterblichen Landen, um dort die Stadt Avallóne zu bauen. Den Edain wurde eine Insel im westlichen Meer namens Númenor übereignet und auch sie verließen die Länder von Mittelerde.

Gil-galad herrschte über Lindon und Círdan über die Grauen Anfurten. Aber im Jahre 750 des Zweiten Zeitalters kam Celebrimbor mit seinem Volk aus Lindon und errichtete am Fuß des Nebelgebirges im Lande Eregion unweit von Khazad-dûm ein Reich. Diese Elben wurden Gwaith-i-Mírdain genannt, das »Volk der Juwelenschmiede«. Hier wurden auf Veranlassung Saurons von Celebrimbir - dem Enkel Feanors, der die Silmaril geschaffen hatte - die Ringe der Macht geschmiedet und damit begann eine Reihe weiterer blutiger Kriege. Denn Sauron schmiedete zugleich den Einen Ring, der Gewalt über alle anderen Ringe besaß. Die Elben erhoben sich gegen ihn und im anschließenden Krieg der Elben gegen Sauron wurden Celebrimbor und die meisten Gwaith-i-Mírdain getötet. Eregion lag in Schutt und Asche und obgleich der Halb-Elb Elrond mit einem Heer zur Hilfe eilte, konnte er nur noch mit den wenigen Überlebenden in Imladris, das die sterblichen Bruchtal nannten, Zuflucht suchen. Hier entstand die letzte Noldor-Festung zwischen den Blauen Bergen und dem Nebelgebirge.

Zu dieser Zeit war Lindon selbst in Gefahr, aber die Nachkommen der Edain, die Númenórer, stellten eine gewaltige Flotte auf und vertrieben Sauron. Später kehrten sie noch einmal zurück und nahmen den Dunklen Herrscher gefangen. Es gelang ihm jedoch, sie gegen die Valar aufzuwiegeln und das war ihr Verhängnis, denn ihre Insel wurde zur Strafe vom Meer verschlungen.

So kehrte Sauron nach Mittelerde zurück, wo nur noch — abgesehen von dem mit Hilfe der Noldor und Sindar errichteten Lothlórien und dem Elbenreich im Großen Grünwald. die Noldor-Reiche von Lindon und Bruchtal standen. Elben und Menschen schlossen sich zum letzten Bund zusammen und in dem darauf folgenden Krieg, mit dem das Zweite Zeitalter endete, wurde Gil-galad und der König der Dúnedain von Sauron erschlagen. Aber auch Mordor wurde vernichtet und mit ihm verschwand Sauron in der Dunkelheit.

Danach gab es keine Hochkönige der Noldor mehr auf Mittelerde. Die Herrschaft über Lindon und die Grauen Anfurten wurden Círdan übertragen, während Elrond weiter im Besitz von Bruchtal blieb. Das schönste Reich im Dritten Zeitalter war Lothlórien, wo Galadriel herrschte, die edelste noch auf Mittelerde verbliebene Noldor-Fürstin.

Als am Ende des Dritten Zeitalters der eine Ring zerstört und Sauron für immer vernichtet wurde, kehrten Elrond aus Bruchtal und Galadriel aus Lothlórien mit den weißen Elbenschiffen in die Unsterblichen Lande zurück. Mit ihnen vergingen ihre Reiche. Es heißt, das Círdan mit den letzten Noldor Mittelerde verließ. 
 
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